Bald ein digitaler Euro?

Die EZB-Präsidentin, Christine Lagarde sagte bei der gemeinsamen deutsch-französischen Parlaments-Versammlung, dass herkömmliche FIAT-Währungen in der Zukunft des Finanzwesens weiterhin eine sehr wichtige Rolle spielen werden.

In dem immer digitaler werdenden Finanzumfeld sieht Lagarde die digitale Währung als strategisches Mittel zur Wahrung der Souveränität des EU-Zahlungssystems.

Sie erklärte, dass von der Europäischen Union entwickelte CBDC trotzdem kein Ersatz für den Euro sei. Ein digitaler Euro könnte das traditionelle Geld aber „ergänzen“. Aktuell untersucht die Bank „die Vorteile, Risiken und operativen Herausforderungen“ einer digitalen Währung der EZB.

„Ein digitaler Euro könnte Bargeld ergänzen und nicht ersetzten“, sagte Lagarde. „Es könnte eine Alternative zu privaten digitalen Währungen darstellen und sicherstellen, dass Staatsgelder im Zentrum der europäischen Zahlungssysteme bleiben.“

Lagarde ist ein Verfechter der Digitalisierung des Euro. Im vergangenen September sagte sie, dass sie die Anpassung der europäischen Institution an den sich wandelnden Finanzbereich sicherstellen werde.

Droht eine wirtschaftliche Stagnation als Folge der Pandemie?

Clemens Fuest

Der Ifo-Präsident warnt vor einer möglichen „Coronasklerose“.


(Foto: imago/IPON)

Düsseldorf „Wie wir unsere Wirtschaft retten — Der Weg aus der Corona-Krise“, so heißt das neue Buch von Clemens Fuest, dem Chef des Ifo-Instituts. Der Anspruch ist damit gesetzt – und mancher Leser könnte allein den Titel als intellektuelle Anmaßung empfinden. Denn diese Krise ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Die Möglichkeiten, aus historischen Analogien zu lernen, sind ebenso begrenzt wie die Verfügbarkeit ausgefeilter wissenschaftlicher Modelle, die sich auf diese Krise anwenden ließen.

Ohne Zweifel bewegt sich die Wirtschaftspolitik im Bereich des Vortastens. Die Kanzlerin nennt das „auf Sicht fahren“, Wissenschaftler wie Fuest sprechen von „Versuch und Irrtum“. Doch all die Unsicherheit und Ungewissheit kann die Politik am Ende doch nicht davon abhalten, aktiv zu werden – und zwar massiv. Der Staat schwingt sich zum Retter der von ihr zwangsstillgelegten Wirtschaft auf, greift massiv ins Wirtschaftsgeschehen ein und verschuldet sich in einem Maße und einer Geschwindigkeit, wie es bislang allenfalls in Kriegszeiten zu sehen war.

Manchmal aber ist das Risiko des Nichthandelns größer als das des Handelns. Und das ist genau der Punkt, an dem Fuest ansetzt. Wir brauchen zumindest eine Orientierung bei diesem waghalsigen Rettungsprozess. Der Ifo-Chef will sein Buch als Debattenbeitrag auf der Suche nach dieser Orientierung verstanden wissen — nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fuest ist Marktwirtschaftler durch und durch — trotzdem bestreitet er nicht, dass der Staat die Rolle des Retters spielen muss. Nur wie er es macht und vor allem wie der Exit gelingen kann, das ist das zentrale Thema dieses Buchs. Stark ist das Buch in der Beschreibung und Analyse der Krise.

Recht vorsichtig und allgemein ist Fuest bei seinen politischen Empfehlungen. Das Steuersystem wachstumsfreundlicher gestalten, die Digitalisierung vorantreiben, die Globalisierung nicht aufgeben, sondern weiterentwickeln und natürlich das Bildungssystem so reformieren, dass Chancengleichheit nicht nur in Sonntagsreden beschworen, sondern auch gelebt wird – das sind die zentralen Forderungen Fuests.

Clemens Fuest: Wie wir unsere Wirtschaft retten. Der Weg aus der Corona-Krise.
Aufbau Verlag
277 Seiten
18 Euro

Eine klare Warnung vor den Allmachtfantasien des Staates zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Ja, Corona werde – „wie so viele Krisen zuvor“ die Diskussion über die Rolle des Staates einmal mehr verändern. Und wer wollte bezweifeln, so Fuest, dass der Staat mit seiner fast grenzenlosen Finanz- und Ordnungsmacht der einzige ist, der handlungsfähig bleibt. Aus seiner Sicht sind auch die immens teuren Stützungsaktionen für den Staat am Ende womöglich das bessere Geschäft als eine historisch nie da gewesene Pleitewelle im Land zu riskieren.

Aber, und dieses Aber ist groß: So wenig sich ein „Neoliberalismus zur Bewältigung der Probleme eignet, so wenig taugt jener Neodirigismus“. Wohlstand entsteht durch Erfindungsgeist und die Bereitschaft, zu investieren und unternehmerische Risiken einzugehen. „Der Staat ist kein benevolenter, allwissender Diktator. Er besteht aus Institutionen, in denen Menschen – Politiker, Lobbygruppen, Wähler – jeweils ihre eigenen Interessen verfolgen“, schreibt Fuest.

Eindrücklich warnt er vor einer „Coronasklerose“ – eine wirtschaftliche Stagnation als Folge der Pandemie, die über Jahre anhält. Die Krise bringe Belastungen mit sich, die in Kombination mit bereits vorher vorhandenen Schwierigkeiten lähmende Wirkung entfalten können.

Fuest entlarvt die Behauptung, dass es bei der Bekämpfung der Pandemie einen Gegensatz zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Gesundheit gebe. Denn eine positive wirtschaftliche Entwicklung sei bei unkontrollierter Ausbreitung des Virus nicht möglich, warnt Fuest.

Insgesamt argumentiert Fuest ebenso nüchtern wie überzeugend — und das in einer allgemeinverständlichen Sprache. Er nimmt den Leser mit auf einen wirtschaftspolitischen Exkurs – ohne dass ein eindeutiges Ziel vor Augen läge. Das kontinuierliche Abwägen zwischen Markt- und Staatsversagen ist anstrengend, aber gerade in dieser Krise unverzichtbar.

Welches ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres? Zehn Finalisten gehen ins Rennen um den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis, der im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober verliehen wird. Bis dahin werden die zehn Finalisten der Shortlist vorgestellt.

Mehr: An wen geht der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis 2020? Lesen Sie hier, welche Werke in diesem Jahr noch auf der Shortlist stehen.

Zahl der Arbeitslosenanträge in den USA steigt überraschend

Geschlossener Friseursalon in den USA

Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten leidet weiter unter den Folgen der Coronakrise.


(Foto: AP)

Washington Auf dem US-Arbeitsmarkt zeichnet sich keine grundlegende Erholung von der Corona-Krise ab. Insgesamt stellten vorige Woche 870.000 Amerikaner einen Erstantrag auf staatliche Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 840.000 gerechnet, nachdem es in der Woche zuvor noch 866.000 waren. Die Zahl der Anträge auf staatliche Stütze bleibt damit etwa viermal so hoch wie zu Jahresbeginn – vor Ausbruch der Corona-Krise.

Die US-Notenbank Fed hat deshalb einen Strategieschwenk vollzogen, um ihrem Ziel Vollbeschäftigung künftig wieder näher zu kommen. Davon ist die weltgrößte Volkswirtschaft nach dem herben Einbruch infolge der Pandemie meilenweit entfernt, obgleich die Arbeitslosenquote im August überraschend auf 8,4 Prozent gesunken war. Die Fed erwartet für das Jahresende eine Quote von 7,6 Prozent. Von den in der Corona-Rezession verloren gegangenen 22 Millionen Jobs wurden bislang nur etwa die Hälfte zurückgewonnen.

Mehr: Bei den US-Wahlen kommt es diesmal auf den Verlierer an

Türkische Zentralbank erhöht Leitzins

Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Staatspräsident Erdogan bestimmt seit mindestens zwei Jahren maßgeblich die Geldpolitik des Landes.


(Foto: AP)

Istanbul Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan behauptet manchmal halb im Scherz, er habe eine Allergie gegen Zinsen. Er will damit sagen, dass er lieber auf niedrige Leitzinsen setzt, um die Wirtschaft anzukurbeln – auch wenn dann die Lira an Wert verliert. An diesem Donnerstag scheint seine Allergie ausgesetzt zu haben. Die türkische Zentralbank (TCMB), die ihre Politik auf Geheiß des Präsidenten festlegt, erhöhte den Leitzins gleich um zwei Prozentpunkte auf 10,25 Prozent. Der Schritt kam überraschend.

Lediglich drei von 31 befragten Analysten hatten gegenüber der Finanzagentur Bloomberg damit gerechnet, dass die Notenbank die Leitzinsen anheben wird. Auch in Istanbuler Finanzkreisen glaubte kaum jemand an eine straffere Geldpolitik im Vorfeld einer zweiten Covid-19-Welle im Herbst.

Offensichtlich ist Erdogans Rechnung nicht aufgegangen: Er wollte, dass die Wirtschaft trotz der Infektionsschutzmaßnahmen keinen zu großen Schaden nimmt. Das billige Geld sollte den Unternehmen den Spielraum verschaffen. Die Inflation nahm er dafür in Kauf.

Im Sommer hatten die Geldwächter insgesamt mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar eingesetzt, um die Lira vor dem Verfall zu retten. Trotzdem sinkt der Kurs seit mehreren Wochen täglich. Auch das weiter bestehende Zahlungsbilanzdefizit belastet die Wirtschaft. Schließlich lebt die türkische Volkswirtschaft immer noch von Krediten. Und die werden teurer, wenn die heimische Währung an Wert verliert.

Die Gesundheitsdaten deuten an, dass die Türkei vor weiteren Einschränkungen steht. Von Mittwoch- bis Donnerstagabend registrierte das Gesundheitsministerium in der Türkei 1767 neue Corona-Infektionen und 72 Todesfälle. Beide Werte sind so hoch wie seit Anfang Mai nicht mehr.

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Insgesamt sind nach Angaben des Ministeriums bisher 7711 Menschen am Coronavirus in der Türkei gestorben. In Deutschland sind es bei ähnlicher Einwohnerzahl 9508 Tote. Die Intensivbetten in der Türkei sind nach offiziellen Angaben derzeit zu rund zwei Dritteln belegt.

Nicht nur bei der Eindämmung des Virus hatte sich die Türkei bisher vergleichsweise gut geschlagen. Wirtschaftlich sorgten Förderprogramme dafür, dass die Gesamtnachfrage trotz Lockdowns nie richtig aussetzte. So gibt es eine Art Kurzarbeitergeld wie in Deutschland, außerdem Förderprogramme für Unternehmen und vor allem billige Kredite.

Früh hatte das Finanzministerium unter Leitung von Berat Albayrak insbesondere staatliche Banken mehr oder weniger gezwungen, besonders günstige Kredite für Firmen und Privatpersonen bereitzustellen. Der Kreditgarantiefonds des Landes wurde auf umgerechnet 32,5 Milliarden US-Dollar ausgeweitet, um strauchelnde Unternehmen zu unterstützen.

Mit Erfolg. Im zweiten Quartal rutschte das Bruttoinlandsprodukt des Landes zwar um 9,9 Prozent ab. In anderen Schwellenländern außer China sah es deutlich schlimmer aus. In der Euro-Zone sank die Wirtschaftsleistung im selben Zeitraum um 12,1 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet mancher Ökonom sogar damit, dass die Türkei mit einem Nullwachstum davonkommen könnte.

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Doch die Maßnahmen hatten einen hohen Preis. Die Teuerungsrate zog deutlich an, zuletzt auf 11,77 Prozent. Auch die Lira hat mit rund 30 Prozent massiv an Wert verloren. Das deutet darauf hin, dass die Preise in Zukunft weiter steigen werden.

Die türkischen Exporte hatten zuletzt sogar zugelegt. Doch der Trend könnte schnell vorbei sein, wenn im Herbst weltweit Lockdowns ausgerufen werden. Auch ein niedriger Leitzins und eine schwache Lira würden dann kaum noch helfen, Produkte ins Ausland zu verkaufen.

Mehr: Türkische Wirtschaft bricht nicht so stark ein wie erwartet.

Bitcoin a must have investment?

Renowned entrepreneur and author Jeff Booth has endorsed Bitcoin as a ‘“must have” investment in times when central banks are exacerbating the escalating debt problem.

The comments came in a tweet thread discussing the notion that central banks believe they can somehow escape a massive debt problem by exponentially adding more debt.

Central banks believing they can escape a massive debt problem by exponentially adding more debt makes me think of this quote from Mises –

“There is no means of avoiding the final collapse of a boom brought about by credit expansion

…The alternative is only whether the crisis should come sooner as the result of voluntary abandonment of further credit expansion, or later as a final and total catastrophe of the currency system involved.”

PS – that debt (BEFORE Covid) was $250 trillion on a global economy of $80 trillion, with $185 trillion of that $250 trillion of debt being added in the last 20 years. And that’s looking backwards….adding at an exponentially faster rate now.

Author of The Price of Tomorrow, a book about deflation, Jeff Booth pointed out that even before the COVID-19 pandemic threw fuel to the fire, global debt was $250 trillion in a global

economy worth around $88 trillion — with $185 trillion of that total debt added in the last 20 years. According to usdebtclock.org, the United States tops the list for national debt with over 10% of the global total, and an ever ballooning figure of $26.7 trillion

Booth believes the only two choices left are grim with the first being governmental default on global debt through a deflationary depression, which would include a banking system collapse, or default through hyperinflation, which appears to be starting already with mass money printing.

The time is now

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