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Hamburg – Ein hässlicher Streit um die Zeichnung eines hübschen Mädchens sorgt für Aufruhr in Hamburgs Kunstszene.

Unter Druck: der renommierte Galerist Mathias Hans (67). Er hatte laut eigener Aussage 1974 das „Portrait der Gabrielle Diot“ des französischen Künstlers Edgar Degas (1834–1917) von einem Besitzer zum anderen vermittelt. Für 3,5 Millionen Franken. Dafür kassierte er eine Provision.

Problem: Es handelte sich um Nazi-Raubkunst. Das Werk war 1940 der jüdischen Familie Rosenberg in Bordeaux gestohlen worden, dann jahrelang unauffindbar.


Die renommierte Galerie Hans am Jungfernstieg
Die renommierte Galerie Hans am JungfernstiegFoto: Stefan Hesse

Hans: „Ich wusste bei der Vermittlung nicht, dass es Raubkunst ist. Das Werk hat mir auch nie gehört.“

In den Achtzigern entdeckten Rosenberg-Nachfahren in New York das Bild zufällig in einem Kunstkatalog, forderten die Rückgabe. Es folgte ein jahrelanger Zwist.

Hans: „Frau Rosenberg hat mich als ,Nazi-Schwein‘ beschimpft. Obwohl ich versucht habe, mit dem Eigentümer zu vermitteln. Der will aber anonym bleiben.“

Das scheitert: Denn der Besitzer will wenigstens einen Teil seiner 3,5 Millionen Franken wieder haben, die er für das Gemälde bezahlt hat. Die Rosenbergs pochen auf kostenlose Rückgabe.

Christopher Marinello, heutiger Anwalt der Rosenbergs: „Herr Hans weigert sich seit Jahren, den Namen des Besitzers zu nennen.“

Hans erwidert: „Ich schütze die Identität meiner Kunden. Herr Marinello hat mich bedroht. Da erübrigt sich jedes Gespräch.“

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