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Wall Street

Der Dow Jones startet mehr als ein Prozent höher in den Handel.


(Foto: AP)

Düsseldorf Zum Ende der Woche zeigt sich der US-Börsenhandel von seiner optimistischen Seite. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte öffnet 1,2 Prozent höher auf 26.390 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückt 0,9 Prozent auf 10.100 Zähler vor. Der breit gefasste S&P 500 notiert 1,1 Prozent im Plus bei 3148 Punkten.

US-Anleger hoffen darauf, dass sich die Wogen zwischen den USA und China angesichts der jüngsten Handelsverhandlungen glätten. China plant wohl, den Kauf amerikanischer Agrargüter zu beschleunigen, um dem Handelsabkommen der Phase eins mit den USA nach den Gesprächen in Hawaii in dieser Woche nachzukommen.

Im sogenannten Phase Eins-Teil hatten sich die USA und China verpflichtet, keine neuen Zölle zu verhängen. Außerdem versprach China, zusätzliche US-Güter im Wert von etwa 200 Milliarden Dollar zu kaufen, und das über die nächsten zwei Jahre, darunter nach Angaben der US-Regierung auch Agrargüter im Wert von 40 bis 50 Milliarden Dollar.

Allerdings kaufte China in den ersten vier Monaten des Jahres nur Agrargüter im Wert von 4,65 Milliarden Dollar, wie Daten des US-Landwirtschaftsministeriums zeigen. Das sind nur 13% des im Handelsabkommen festgelegten Ziels und fast 40% weniger als im gleichen Zeitraum im Jahr 2017.

Anfang des Monats hatten chinesische Regierungsvertreter Insidern zufolge als Reaktion auf die steigenden Spannungen wegen Hongkong den großen staatlichen Agrarkonzernen angeordnet, den Einkauf mancher amerikanischer Landwirtschaftsgüter zu unterbrechen, wie Bloomberg berichtete.

Chinesische Importeure hätten jedoch ihre amerikanischen Sojakäufe weiter erhöht und in den zwei Wochen bis zum 11. Juni 2,2 Millionen metrische Tonnen der Ölsaat geerntet, so die Daten des US-Landwirtschaftsministeriums.

Nun beabsichtige China wohl, den Kauf von allem von Sojabohnen bis hin zu Mais und Ethanol zu beschleunigen, nachdem die Käufe aufgrund von Störungen durch Coronaviren ins Stocken geraten sind, berichtet Bloomberg in Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Am Donnerstag sagte der US-Außenminister Michael Pompeo, dass Chinas höchster Beamter der Außenpolitik sich verpflichtet habe, alle Verpflichtungen seiner Nation im Rahmen des Handelsabkommens einzuhalten.

Nach den jüngsten Rückschlägen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus scheinen US-Anleger neuen Mut gefasst zu haben. Noch gestern schloss der Dow Jones 0,2 Prozent tiefer. Nun wetten die Anleger darauf, dass Regierung und Notenbank die Wirtschaft wieder auf Kurs bringen können.

Doch die Pandemie ist längst nicht gebannt, im Hinterkopf bleibt die Angst vor einer zweiten Welle. Ein schneller Rückfall ist eher ausgeschlossen, Analysten rechnen hinsichtlich der Kursentwicklung des Dow Jones-Index mit einer Spanne zwischen 22.700 und 28.200 Punkten.

„Wir gehen von anhaltend steigenden Aktienkursen aus, getrieben von einer sehr aggressiven Lockerung der Geldpolitik, Fiskalhilfen und der fortgesetzten Wiedereröffnung der Weltwirtschaft mit einigen vorübergehenden Rückschlägen“, sagte Stratege Sébastien Galy vom Vermögensverwalter Nordea Asset Management. Anleger blendeten am Freitag die Rekordzunahme an Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in sechs US-Bundesstaaten aus.

Da am Freitag beim Hexensabbat Optionen auf Indizes und Aktien an den Terminbörsen auslaufen, könnte es an den Aktienmärkten im Tagesverlauf noch zu größeren Schwankungen kommen. Anleger versuchen dann, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu treiben.

Blick auf die Einzelwerte

Aktien der Ölkonzerne Exxon und Chevron kamen die steigenden Ölpreise zugute. Die Papiere gewannen bis zu zwei Prozent. Occidental Petroleum und Devon Energy kletterten um mehr als drei Prozent. Der Ölpreis legte am Tag nach dem Treffen der Opec-Staaten und ihrer Verbündeten um rund zwei Prozent zu.

Die Opec-Mitgliedsstaaten Irak und Kasachstan sagten Insidern zufolge zu, sich stärker an die vereinbarten Förderkürzungen zu halten. Das deutet darauf hin, dass die Förderung im Juli noch stärker zurückgefahren werden könnte.

Mit Agenturmaterial

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