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„Du, oh schönes Blechgebäude – Magst gefallen wem Du willst – Du erfüllst nur die mit Freude – deren Geltungssucht du stillst“

Leipzig – Dieser Auftritt von Musiker Christian von Richthofen (63) war definitiv einer der Kracher des diesjährigen Bachfestes. Sein Ins­tru­ment: ein vor der Schrottpresse geretteter Fiat Punto, Baujahr 2000, vom Autohof Richter in Leipzig.

Dabei funktionierte nicht mal die Hupe.


Sie lassen es krachen: Christian von Richthofen (r.) und sein Mitstreiter Kilian Forster bei der Arbeit
Sie lassen es krachen: Christian von Richthofen (r.) und sein Mitstreiter Kilian Forster bei der ArbeitFoto: Anika Dollmeyer

„Am meisten Rabatz kann man auf der Motorhaube machen“, so von Richthofen vorher zu BILD. Mancher Bach-Experte dürfte im Vorfeld befremdet die Nase gerümpft haben. Das Publikum auf dem Markt jedoch tobte.

Für „AutoAuto – Bach driving crazy“ trommelte der Ausnahmekünstler mit den Händen auf dem Wagen, schlug exstatisch mit dem Vorschlaghammer zu und setzte sogar die Flex an.

Begleitet wurde er vom Kammerchor der Thomasschule, der u. a. den Choral „Komm oh Tod, du Schlafes Bruder“ mit einem neuen, von von Richthofen verfassten Text, vortrug. Schon am Morgen war der Fiat mit einem Abschlepper angeliefert worden und per Gabelstapler auf die Marktbühne gehoben worden. Später wurde er mit Mikrofonen ausgestattet.


„Du, oh schönes Blechgebäude - Magst gefallen wem Du willst - Du erfüllst nur die mit Freude - deren Geltungssucht du stillst“
„Du, oh schönes Blechgebäude – Magst gefallen wem Du willst – Du erfüllst nur die mit Freude – deren Geltungssucht du stillst“
Foto: Anika Dollmeyer

Von Richthofen: „Proben konnte ich da natürlich nicht mehr. Das ist immer so. Aber ich trommle stattdessen auf dem, was ich finde. Der Fiat ist prima – auch wenn mir Opel Kadetts die liebsten sind.“

Und was wird aus dem kleinen Roten? Der ist nun endgültig nicht mehr zu retten – und kommt heute in die Presse.

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