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Vor zwei Wochen fiel das Baby Chloe Wiegand (19 Monate) beim Spielen mit ihrem Großvater Salvatore Anello (Indiana, USA) aus dem Fenster des Kreuzfahrtschiffs „Freedom of the Seas“ – aus dem elften Stock, 46 Meter in die Tiefe auf harten Betonboden. Das Unglück passierte im Hafen von San Juan (Puerto Rico).

Die Eltern Alan and Kimberly Wiegand äußerten sich jetzt zum ersten Mal in der Öffentlichkeit exklusiv in der amerikanischen „Today“-Show – und kritisierten die Reederei Royal Caribbean.

„Wir geben ihnen (der Reederei, Anm. d. Red.) natürlich die Schuld, dass sie keine sicherere Umgebung im elften Stock dieses Kreuzfahrtschiffes geschaffen haben. Es gibt eine Million Dinge, die hätten getan werden können, um es sicherer zu machen. Ich weiß noch, dass meine Mutter die Leute nur gefragt hat: ‚Warum um alles in der Welt gibt es im elften Stock ein offenes Fenster ohne Schutzscheibe oder so?‘“, sagte Kimberly Wiegand in dem Interview.


Die Eltern des verunglückten Babys: Alan Wiegand und Kimberly Schultz Wiegand
Die Eltern des verunglückten Babys: Alan Wiegand und Kimberly Schultz WiegandFoto: privat

Die Antwort der Reederei war für sie ganz und gar nicht ausreichend: „Sie sagten nur, dass sie die Zimmer lüften müssen. Ich würde da sagen: Besorgt einen Ventilator! Denkt euch irgendetwas aus, um es euren Gästen bequem zu machen, anstatt ein enormes Sicherheitsrisiko zu schaffen, das unser Kind das Leben kostete.“

Deshalb klagen die Wiegands gegen die Reederei. Es gebe keinen Zweifel, dass der Tod von Chloe ein Unfall war. Jedoch werde derzeit geprüft, ob das Schiff hätte Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen, die den Unfall hätten verhindern können, sagte der Anwalt der Familie, Mike Winkleman. Das Justizministerium von Puerto Rico wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen laut „NBC News“ nicht zu dem Fall äußern.

„Sie war seine beste Freundin“

In dem „Today“-Interview wurden die Eltern des verstorbenen Babys sehr emotional. Kimberly Wiegand erzählte, dass sie keine Ruhe mehr finde. Jeden Morgen nur 30 Sekunden nach dem Aufwachen denke sie an den schrecklichen Unfall. An den Moment vor zwei Wochen erinnere sie sich noch genau: „Ich wusste erst gar nicht, dass sie aus dem Fenster gefallen ist. Ich sagte nur immer wieder: ‚Bring mich zu meinem Baby. Wo ist mein Baby?‘ Ich lief dann zum Fenster und sah, dass unten kein Wasser war, sondern Beton. Unser Baby auf diese Weise zu verlieren, ist einfach unfassbar.“

Cloes Großvater hatte mit dem 19 Monate alten Baby an den Fenstern gespielt. Ihm gebe Wiegand nicht die Schuld. „Er weint immer und immer wieder. Zu absolut keinem Zeitpunkt, niemals, hat Sam unsere Kinder in Gefahr gebracht.“ Laut Alan Wiegand sei er sehr verzweifelt: „Du kannst ihn kaum ansehen, ohne, dass er weint. Sie war seine beste Freundin.“

Auch Chloes großer Bruder leide sehr unter dem Verlust. Wiegand: „Einmal sagte mein Sohn zu mir: ‚Mama, ich wünschte, ich wäre dabei gewesen – weil ich gesprungen wäre, und ich hätte sie gerettet.‘ Das hat mich zerrissen, weil ich weiß, dass er das ernst meint. Und zu wissen, dass er mit diesem Selbstvorwurf lebt, ist einfach so schwer.“

Reederei entschuldigt sich

Die Reederei Royal Caribbean entschuldigte sich direkt nach dem Vorfall in einem öffentlichen Statement bei der Familie. Auch der „Today“-Show sagten sie: „Wir sind zutiefst traurig über diesen Vorfall und unsere Herzen sind bei der Familie. Wir haben die Behörden in San Juan bei ihren Ermittlungen unterstützt. Für weitere Fragen sind sie die richtigen Ansprechpartner.“

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