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Als „sehr angespannt“ bezeichnet der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) die finanzielle Situation der Landeshauptstadt. Zu hoch seien die Zahlungen in die diversen Landestöpfe.

Das Defizit der Stadt wird 2019 8,2 Mio. Euro betragen, was deutlich unter dem heurigen Minus von 14,7 Mio. Euro liegt. Der Handlungsspielraum werde aber immer enger, so Linhart. Die Finanzgebarung sei „Umständen geschuldet, die wir nicht beeinflussen können“. Die Zahlungen an den Sozial-, Spitalfonds und die Landesumlage seien von 2010 bis 2019 um 46,8 Prozent auf 20,7 Mio. Euro gestiegen. Insgesamt umfasst das Budget 113,8 Mio. Euro (minus 4,2 Prozent).

Angespannte Finanzen in Bregenz

Laut Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart ist die finanzielle Situation der Stadt angespannt.

Mariahilf-Umgestaltung stockt

Trotz des Defizits von 8,2 Mio. Euro im Budget des nächsten Jahres sind in Bregenz mehrere große Vorhaben in Planung oder bereits in der Umsetzung. Die Umgestaltung des Bregenzer Stadtzentrums am Leutbühel ist voll im Gange. Ähnliches soll auch rund um die Kirche Mariahilf geschehen: Begegnungszonen, Bäume und ein Brunnen sind vorgesehen. 1,8 Millionen Euro sind dafür reserviert. Derzeit stockt das Projekt aber. „Budgetär ist die Maßnahme vorgesehen. Aber wir sind dort noch nicht mit allen Partnern eins“, so Linhart.

Budget Bregenz

ORF

Bürgermeister Markus Linhart

Ganz nach Plan läuft es hingegen beim größten Einzelprojekt des nächsten Jahres, dem Neubau des Kindergartens St. Gebhard mit Gesamtkosten von mehr als sechs Millionen Euro. „Wir liegen bei einer Steigerung der Personalkosten von rund zehn Prozent“, sagt Linhart. Der Grund sei einfach: „Die Kindergärten boomen“.

Wann kommt der neue Bahnhof?

Auch mit dem Bau eines neuen Bahnhofs soll irgendwann begonnen werden. Die Stadt ist startklar, sagt der Bürgermeister: Für die dazugehörende Unterführung zum See ist rund eine Million Euro im Budget vorgesehen. Ob auf dem großen Parkplatz an der Bahnhofsstraße in absehbarer Zeit doch noch eine Seestadt entsteht, ist hingegen unklar. Indes verschlingt das Sorgenkind Hallenbad jedes Jahr Hunderttausende Euro an Erhaltungskosten. Der Bau eines neuen Hallenbades wird daher in den nächsten Jahren auf die Stadt zukommen, konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.

Ob Markus Linhart dann noch Bürgermeister ist, ist ebenfalls noch fraglich. An Linhart selbst wird es nicht scheitern: „Wenn mir der liebe Herrgott und der Wähler die Kraft gibt, dann mache ich das gerne weiter. Es gibt noch sehr viel zu tun in Bregenz und die Stadt fasziniert mich.“