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Michael Cohen ist am Dienstag acht Stunden lang im US-Kongress befragt worden. Die Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Senats fand hinter verschlossenen Türen statt. Senatoren wollten anschließend keine konkreten Angaben zu den Aussagen des ehemaligen Mitarbeiters von Donald Trump machen.

Cohen selbst gab sich nach der Befragung zufrieden: Er habe die Gelegenheit bekommen, Dinge geradezurücken und „die Wahrheit zu sagen“, teilte der 52-Jährige mit. „Und ich freue mich darauf, morgen mit meiner Stimme der amerikanischen Bevölkerung meine Geschichte erzählen zu können. Und ich werde die Amerikaner entscheiden lassen, wer die Wahrheit sagt.“


Cohen (r.) nach seiner Aussage

 

REUTERS

Cohen (r.) nach seiner Aussage

Cohen wird am Mittwoch vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses aussagen – der Auftritt wird live im Fernsehen übertragen und deswegen mit besonderer Spannung erwartet. Die Sitzung beginnt um 10 Uhr Ortszeit, also um 16 Uhr deutscher Zeit.

Am Donnerstag folgt dann eine erneute Vernehmung Cohens hinter verschlossenen Türen, dann vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses. Cohens Anwalt Lanny Davis hat „erschreckende“ Aussagen über Trump angekündigt.

Cohen hat mehr als zehn Jahre für Trump gearbeitet und ist eine zentrale Figur in mehreren Affären um den Präsidenten. Inzwischen hat sich Cohen mit Trump überworfen und kooperiert mit US-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser untersucht, ob es bei den mutmaßlichen Versuchen russischer Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Vertretern Russlands gab.

Trumps Sprecherin teilte gegen Cohen aus

Bei Cohens Befragung am Mittwoch dürfte es unter anderem um folgende Themen gehen: illegale Wahlkampffinanzierung, mögliche Unregelmäßigkeiten in Trumps Firmen und Schweigegeldzahlungen durch Cohen an mutmaßliche Trump-Geliebte wie die Pornodarstellerin Stormy Daniels.

Das Weiße Haus beschuldigte Cohen bereits im Vorfeld der jetzigen Anhörungen, den Kongress erneut belügen zu wollen. Es sei „traurig“, dass Cohen eine weitere Gelegenheit bekomme, „seine Lügen zu verbreiten“, sagte Präsidentensprecherin Sarah Sanders. Ihr Statement verbreitete sie aus Vietnam, wo sich Trump zu seinem zweiten Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un aufhält.

Ende 2018 wurde Cohen von einem New Yorker Gericht wegen Betrugs, Meineids und illegaler Wahlbeeinflussung verurteilt. Es wird damit gerechnet, dass er seine dreijährige Haftstrafe im Mai antritt.

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