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Bitcoin, Ethereum

Bitcoin knackt die 51.000 Dollar Marke

BitcoinAn der Wall Street scheinen sich große Investmentbanken auf Bitcoin zu stützen. JP Morgan sagte kürzlich, dass es  sich ernsthaft mit dieser Anlageklasse befasst , und  Goldman Sachs hat auch Interesse an Krypto gezeigt.  Nach Berichten zufolge erwägt  eine Abteilung von Morgan Stanley  Bitcoin in die Liste der möglichen Wetten aufzunehmen.

Unternehmen wie Paypal  und Mastercard haben wichtige Schritte unternommen, um Kryptowährungen zu unterstützen. Und Tesla sagte letzte Woche, es habe 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert und geplant, die digitale Währung als Zahlungsmittel für seine Produkte zu akzeptieren.

Die jüngste Rallye von Bitcoin hat viele Anleger an den massiven Anstieg auf fast 20.000 USD im Jahr 2017 erinnert, gefolgt von einem Einbruch im folgenden Jahr, bei dem die digitale Münze 80% ihres Wertes verlor.

Aber die wertvollste Kryptowährung der Welt hat seitdem ein heftiges Comeback erlebt, das sich 2020 mehr als vervierfacht hat und in diesem Jahr über 70% zugelegt hat.

Die Befürworter von Bitcoin sagen, dies sei auf die gestiegene Nachfrage von institutionellen Anlegern sowie auf den Kauf der digitalen Währung durch Unternehmen wie Tesla, Sqare und  Microstrategy zurückzuführen . Skeptiker hingegen befürchten, dass Bitcoin die größte Finanzblase an den Märkten sein könnte .

Die Strategen von JPMorgan warnten am Dienstag in einer Notiz, dass der aktuelle Preis von Bitcoin „nicht nachhaltig“ sei, wenn die Volatilität von Bitcoin nicht nachlässt. Bitcoin und andere Kryptowährungen haben sich einen Namen für ihre extremen Preisschwankungen gemacht.

Mayor, police chief and other city officials of Iowa town arrested over embezzlement, fraud schemes

One of the charges includes using a TASER on a civilian in exchange for cash.

The mayor, police chief, city clerk and a former city clerk of a town in Iowa have all been charged following a multi-year investigation that accuses them of misappropriating city funds, producing fraudulent public records, using a TASER on a civilian in exchange for cash and concealing embezzlement.

The Iowa Attorney General’s Office filed charges on Feb. 11, against the current and former public officials of the city of Armstrong, Iowa, located in Emmet County close to the Minnesota border, according to a statement released by the Emmet County Sheriff’s Office.

“Mayor Greg Buum, police chief Craig Merrill, city clerk Tracie Lang, and former city clerk Connie Thackery were charged with felony and misdemeanor offenses in a 21-count joint trial information approved by the Emmet County District Court,” said Emmet County Sheriff’s office.

Buum, Merrill and Thackery face a top count of ongoing criminal conduct – a Class B felony – while Lang faces a top count of fraudulent practice in the first degree – a Class C felony.

“The investigation uncovered wrongdoing committed by the defendants, including but not limited to misappropriation of city funds, the presentation of fraudulent public records, deploying a TASER against a civilian in exchange for cash, and falsification of ledgers to conceal embezzlement,” Emmet County Sheriff’s Office said.

Following a special investigation by the Auditor of State’s Office, three of the four suspects were subsequently arrested on Feb. 12 with assistance from the Iowa Division of Criminal Investigation.

More arrests may be pending related to this case, according to Emmet County Sheriff’s Office, who said the charges filed against the suspects stemmed from a “multi-year investigation” but they did not disclose who else they had been investigating or confirm if these potential arrests would occur.

Japans Wirtschaft setzt Erholung fort

Containerhafen in Yokohama

Die wirtschaftliche Erholung in Japan verlangsamt sich.



(Foto: dpa)

Tokio Japans Wirtschaft hat ihre Erholung im Schlussquartal 2020 fortgesetzt. Nach vorläufigen Daten der Regierung in Tokio von diesem Montag legte die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 12,7 Prozent zu. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Wachstum von 9,5 Prozent gerechnet.

Die Erholung verlangsamte sich jedoch gegenüber dem Tempo des dritten Quartals mit einem Rekordwert von auf das Jahr hochgerechnet 22,9 Prozent.

Der Auftrieb der Wirtschaft im Sommer war vor allem auf die aufgestaute Nachfrage nach der Aufhebung des Lockdowns im Mai zurückzuführen. Es war das erste Mal nach drei Quartalen, dass die Wirtschaft des Landes wieder zulegte, nachdem Japan im Zuge der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht war.

Im vierten Quartal verlieh laut den Daten der weltweite Aufschwung im verarbeitenden Gewerbe den Exporten Auftrieb und machte einen Teil der schwachen Inlandsnachfrage wieder wett. Die Auslandsnachfrage, also die Exporte abzüglich der Importe, trug im vierten Quartal 1,0 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei und entsprach damit der mittleren Marktprognose.

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Der private Konsum, der mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaft ausmacht, stieg gemäß den Erwartungen um 2,2 Prozent nach einem Anstieg von 5,1 Prozent im Vorquartal. Die Investitionsausgaben wuchsen um 4,5 Prozent und damit zum ersten Mal seit drei Quartalen.

Die Entscheidung der Regierung in Tokio im Januar, wegen steigender Infektionszahlen erneut Beschränkungen einzuführen, schlägt auf die Nachfrage durch und trübt die Aussichten für die fragile Erholung.

Bezogen auf das gesamte Kalenderjahr schrumpfte Japans Wirtschaft um 4,8 Prozent. Das war der erste Rückgang seit einem Einbruch um 5,7 Prozent im Jahr 2009. Experten erwarten jedoch, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich die japanische Wirtschaft vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholen wird.

Mehr: BOJ-Umfrage: Japans Manager sind weniger pessimistisch

Roboter: Cobots sollen in Deutschland den Durchbruch schaffen

München Die Roboterwelt ist gespalten. Da sind zum einen traditionelle Maschinenbauer mit Milliardenumsätzen, die große und schwere Roboter zum Beispiel für die Autoindustrie bauen. Daneben gibt es viele junge Anbieter, die einfache Steuerungen, intelligente, mobile Transportsysteme und sogenannte Cobots entwickeln.

„Es ist ein ganz neues Ökosystem entstanden, das vor allem kleine und mittelständische Unternehmen als Kunden im Blick hat“, sagt Helmut Schmid, Vorsitzender des Deutschen Robotik-Verbands (DRV). Der Verband ist gerade erst gegründet worden. Er will der Szene als Kontaktplattform dienen und die Entwicklung neuer Sicherheitsstandards vorantreiben, die das gemeinsame Arbeiten von Mensch und Maschine nebeneinander ermöglichen sollen.

Bislang macht die Robotikbranche den Großteil ihrer weltweit rund 14 Milliarden Dollar Umsatz – ohne Software und Peripherie – vor allem mit den großen Industrierobotern. Dominiert wird der Markt von den traditionellen Anbietern wie Fanuc, Yaskawa, ABB und der deutschen Kuka, die seit einigen Jahren zum chinesischen Hausgerätehersteller Midea gehört.

Beim Einsatz der Industrieroboter liegt Deutschland laut neuesten Zahlen des Branchenverbands IFR weltweit auf Platz vier. Auf 10.000 Beschäftigte kommen hierzulande 346 Industrieroboter. Damit liegt Deutschland knapp hinter Japan. Nur in Singapur und Südkorea sind deutlich mehr Roboter im Einsatz.

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Doch die Wachstumshoffnungen der Branche ruhen auf Servicerobotern, auf leicht programmierbaren Cobots, die direkt neben dem Menschen arbeiten können, und auf mobilen Transportrobotern. Auch hier gibt es in Deutschland durchaus viele, die sich mit dem Thema beschäftigen.

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Kuka hat Leichtbauroboter entwickelt, Forschungseinrichtungen wie die TU München sind bei Wettbewerben oft vorn mit dabei. Zudem gibt es vom Programmierspezialisten Wandelbots bis zum Cobot-Hersteller Franka Emika viele Start-ups, die die neuen Möglichkeiten erschließen wollen.

Doch ist die Szene noch wenig vernetzt. „Es geht nun darum, daraus Cluster aus Start-ups zu entwickeln“, sagt DRV-Vize Olaf Gehrels. Vorbild könne Dänemark sein, allein in der Region um Odense gibt es mehr als 100 Robotik-Start-ups.

In Deutschland fehlen für die mobilen und kollaborativen Roboter zudem oft noch die Anwender. In den meisten Fabrikhallen und auch bei größeren Handwerksbetrieben, auf denen viele Absatzhoffnungen ruhten, haben sich die einarmigen Cobots noch nicht durchgesetzt. Laut Branchenschätzungen dürfte allenfalls ein sehr kleiner einstelliger Prozentwert der gut 20.000 in Deutschland installierten Roboter im Jahr 2019 Cobots gewesen sein.

VDMA sieht keinen Bedarf für neuen Verband

Der neu gegründete Robotik-Verband will die Szene vernetzen und gerade Mittelständler als Kunden für die neue Roboter-Generation gewinnen. DRV-Chef Helmut Schmid ist in der Szene ein bekanntes Gesicht. Bis zum vergangenen Sommer war er West- und Nordeuropachef des dänischen Cobot-Spezialisten Universal Robots. Inzwischen arbeitet er als selbstständiger Berater.

Sein Stellvertreter Gehrels unterstützt mit Coboworx Mittelständler beim Cobot-Einsatz. Die traditionelle Roboterwelt kennt er aus seiner Zeit beim Marktführer Fanuc und bei Midea.

Bislang wird die Branche vor allem vom Maschinenbauverband VDMA vertreten, weltweit gibt es zudem die International Federation of Robotics (IFR). „Die etablierten Hersteller sind etwas behäbiger unterwegs“, sagt DRV-Sprecher Gehrels. Universal Robots habe mit seinen Cobots einen ganz neuen Markt geschaffen. „Diese Anwender haben kein Zuhause.“

Als Konkurrenz zum Maschinenbauverband VDMA will sich der DRV, der mit 100 Mitgliedern gestartet ist und rasch auf 1000 kommen will, nicht verstehen. „Der VDMA macht einen hervorragenden Job“, sagt Schmid. Doch lege man dort den Fokus auf die großen Anbieter.

Beim VDMA weist man dies zurück und sieht offenbar wenig Bedarf für eine neue Vereinigung. Mit mehr als 3300 Mitgliedsfirmen sei man „die Mittelstandsplattform par excellence“, sagte Wilfried Eberhardt, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Robotik und Automation. „Unser Netzwerk bringt kleine und große Unternehmen zusammen, Traditionsunternehmen und Start-ups.“ Für junge Unternehmen habe man die VDMA Startup Machine gegründet.

Dass alle drei Mitglieder in der Führungsspitze des neuen DRV einen Beraterhintergrund haben, sieht man dort nicht als Problem. „Wir haben uns nicht zusammengesetzt und überlegt, wie wir mehr Geschäft machen können“, erklärt Schmid. Die drei Vorstände brächten ein großes Netzwerk an Kontakten mit, von denen alle profitieren könnten.

Beim VDMA betont man dagegen, Verbandsplattformen müssten „absolut neutral und transparent aufgestellt“ sein. Ein Verband lebe nicht von Partikularinteressen. „Beim VDMA ist dies zu 100 Prozent gegeben.“

Die Riege der Mitglieder des DRV ist breit gestreut. In den Fachbereichen engagieren sich zum Beispiel Manager von Robtech, Robominds und vom Vorzeige-Start-up Wandelbots. Das Dresdner Unternehmen will die Programmierung von Robotern erleichtern. Im vergangenen Jahr stiegen Microsoft und Siemens bei Wandelbots ein.

Roboterhersteller könnten Corona-Gewinner werden

Der Zeitpunkt für die Gründung ist günstig. Denn die Corona-Pandemie dürfte der Branche auf längere Sicht helfen. Roboter würden eine wichtige Rolle dabei spielen, die Produktion weiter zu automatisieren und die Wirtschaft nach der Pandemie wieder in Schwung zu bringen, sagte Milton Guerry, Präsident des Weltverbands IFR.

Zuletzt stand die erfolgsverwöhnte Industrie unter Druck. 2019 war der Absatz laut IFR erstmals seit 2012 gefallen, und zwar von 422.000 auf 381.000 verkaufte Roboter. Für 2020 rechnete der Verband mit einem weiteren Rückgang.

Doch auf längere Sicht dürfte sich der Trend wieder umkehren. „Roboter können 24 Stunden arbeiten und stecken niemanden an“, sagt Schmid. „Wir gehen daher davon aus, dass Roboterhersteller zu den Gewinnern der Pandemie gehören werden.“ Gerade viele kleinere und mittelständische Unternehmen würden sich nun die Anschaffung von Robotern überlegen.

Damit könnten die sogenannten Cobots stärker gefragt werden. Um die kollaborativen Roboter, die keinen Zaun um sich brauchen, hatte es vor einigen Jahren einen regelrechten Hype gegeben. So richtig durchgesetzt haben sie sich aber noch nicht. „Sie sind oft immer noch zu teuer, zudem war die Bedienung lange noch zu kompliziert“, sagt Gehrels. Inzwischen sei die Programmierung aber deutlich einfacher geworden. Nun müssten aber noch die Sicherheitsnormen geklärt werden – und hier wolle der neue Verband Stimme der Branche sein.

Zweiter Trend in der Branche sind autonome, mobile Roboter. Diese können zum Beispiel in der Produktion für Transportaufgaben oder für die Überwachung von Maschinen und Anlagen eingesetzt werden.

Der neue Verband sieht ebenso wie die Experten vom VDMA enorme Wachstumschancen. Der allergrößte Teil der Industrieroboter werde heute bei nur fünf Prozent der Unternehmen aufgestellt – zum Beispiel bei den großen Autobauern, sagt Gehrels. Der Großteil des Marktes sei damit noch nicht erschlossen. „Das Potenzial ist gigantisch.“

Mehr: Ein Blick ins Roboterlabor der Welt.

Roche kommt besser durch die Pandemie als Novartis

Zürich, Frankfurt Bei der Pandemie-Bekämpfung mitzumischen scheint für jeden großen Pharmakonzern eine Frage der Ehre zu sein. Novartis ist einer dieser großen Konzerne, doch mit Impfstoffen oder Medikamenten gegen Covid-19 können die Schweizer nicht aufwarten: Vom Vakzingeschäft haben sie sich getrennt, und auch das Medikament Hydroxychloroquin zur Behandlung von schweren Covid-19-Verläufen erwies sich als nicht wirksam. Und so bleibt Novartis nur, Biontech und Pfizer bei der Produktion ihres Impfstoffs zu unterstützen.

Der Wettbewerb zwischen Roche und Novartis ist nicht nur einer zwischen zwei Baseler Pharmariesen. Er dient auch als Vergleich von zwei gegenläufigen Strategien, wobei sich die von Roche in der Pandemie stärker auszahlt – trotz des vielfach gepriesenen Trends zur Fokussierung.

Novartis-Chef Vasant Narasimhan hat das einstige Konglomerat seit seinem Amtsantritt 2018 noch einmal fokussiert: Die Augenheilkunde wurde abgespalten und an die Börse gebracht – getreu dem Motto, dass „Pure Player“ an den Börsen höher bewertet werden.

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Bereits zuvor hatte sich Novartis von den Impfstoffen, der Tiermedizin und freiverkäuflichen Medikamenten getrennt. Der seit 2008 amtierende Roche-Chef Severin Schwan hält im Gegensatz dazu an der breiten Aufstellung als forschender Arzneimittelhersteller und Diagnostikkonzern fest. Und er punktet in der Coronakrise mit dem diversifizierten Geschäftsmodell.

Es erhöht nämlich nicht nur die Wahrscheinlichkeit, zur Bekämpfung der Pandemie beitragen zu können. Es kommt derzeit auch bei Börsianern, Analysten und Branchenexperten besser an. Viele erwarten deshalb, dass Roche seinen Vorsprung auf den lokalen Konkurrenten in den kommenden Monaten ausbauen dürfte.

Novartis-Aktie weiter weg vom Vorkrisenniveau als Roche-Aktie

Die Aktien beider Unternehmen haben trotz der Börsenrally bislang nicht die Verluste seit Ende Februar 2020 wettmachen können. Doch während die Novartis-Aktie rund 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau handelt, beträgt der Abschlag bei der Roche-Aktie nur rund elf Prozent. Stefan Schneider, Analyst und Pharmaexperte bei der Schweizer Privatbank Vontobel, empfiehlt die Roche-Aktie zum Kauf. Sein Zwölf-Monats-Kursziel für Roche liegt knapp 30 Prozent über dem aktuellen Kurs. Bei Novartis rät Schneider zum Halten der Aktie – die Papiere haben innerhalb der nächsten zwölf Monate aus seiner Sicht kaum Aufwärtspotenzial.

Bei beiden Unternehmen hängen mehr als drei Viertel des Umsatzes vom Pharmageschäft ab. Sowohl Roche als auch Novartis mussten 2020 in dieser Sparte Einbußen hinnehmen, weil in der Coronakrise weniger Menschen zum Arzt oder ins Krankenhaus gingen, weil weniger Medikamente verschrieben und Operationen verschoben wurden. Zudem sind die Patente einiger großer Medikamente ausgelaufen, denen Generika nun Umsatz abnehmen.

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Die Diagnostiksparte von Roche jedoch brachte im März 2020 den ersten Coronatest auf den Markt. Es folgten Antikörpertests sowie Schnelltests. Zunächst musste Roche massiv investieren, um die Produktionskapazitäten für die Tests in Rekordgeschwindigkeit auszuweiten. Doch in den vergangenen zwei Quartalen haben sich die Investitionen bereits ausgezahlt: Die Erlöse der Diagnostiksparte wuchsen mit jeweils 18 und 28 Prozent.

Die Folge dieses Wachstums: Umsatzeinbußen in den übrigen Geschäftsbereichen konnte Roche zu einem großen Teil ausgleichen. Der Anteil der Diagnostiksparte am Gesamtumsatz von 58,3 Milliarden Franken stieg von 21,1 Prozent im Vorjahr auf 23,7 Prozent.

Zudem kann der Konzern seine Position in der Diagnostik auch über die Pandemie hinaus festigen, erwartet Vontobel-Analyst Schneider. Denn Roche verkauft nicht nur Tests, sondern auch die sogenannten „Cobas“-Maschinen, mit denen Labore große Mengen von Proben automatisiert analysieren können. Zwar betont Roche-Manager Schinecker, das Unternehmen mache mit dem Absatz der Hardware praktisch keinen Gewinn. „Die Marge machen wir mit den einzelnen Tests.“

Trotzdem sind die Cobas-Maschinen mit Preisen im mitunter mittleren sechsstelligen Bereich für viele mittelständische Labore große Anschaffungen, die sie langfristig an Roche binden. Der Konzern bietet bereits Tests für andere Virenerkrankungen, etwa HIV, Hepatitis C oder Tuberkulose, an. Zudem profitiert Roche von deutlichen Skaleneffekten, weil die meisten Vorprodukte für viele Tests identisch sind.

Roche hat Hoffnungsträger zur Corona-Therapie, Novartis nicht

Anders als Roche kann Novartis bislang keinen Hoffnungsträger vorweisen, der in der Pandemie die Rückschläge im Kerngeschäft ausgleicht. Neben der Pharmasparte hat der Konzern mit Sandoz noch ein Generika-Geschäft, dessen Anteil am Gesamtumsatz in Höhe von 48,7 Milliarden Dollar in der Pandemie gesunken ist – von 20,5 auf 18,7 Prozent.

Dabei sah es zunächst anders aus: Zu Beginn der Pandemie galt das Sandoz-Medikament Hydroxychloroquin als Hoffnungsträger bei der Behandlung von schweren Covid-19-Verläufen. Doch Ende April 2020 schritt die eidgenössische Zulassungsbehörde Swissmedic ein und wies auf „das Risiko von schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen“ bei der Behandlung von Corona-Patienten mit Hydroxychloroquin hin. Seither ist das Medikament vor allem durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump bekannt geworden, der es entgegen dem Rat von Medizinern zur Einnahme bei einer Corona-Infektion empfahl.

Bei der Entwicklung einer Corona-Therapie arbeitet Novartis unter anderem mit dem Schweizer Unternehmen Molecular Partners zusammen. Doch auch hier scheint Roche mit der Kooperation mit dem US-Biotechunternehmen Regeneron im Vorteil zu sein. Die Antikörper-Therapie liegt derzeit zur Prüfung bei der EU-Arzneimittelbehörde Ema vor. Wer auch immer am Ende die Nase vorn hat – Novartis-Pharmachefin Marie-France Tschudin erwartet, dass ein Mittel gegen Corona auch langfristig gefragt sein wird: „Ich denke nicht, dass das Ende dieser Art von Atemwegserkrankungen nah ist“, sagt sie. „Dieses Virus oder eine Mutation davon wird uns noch lange begleiten.“

Fakt ist jedoch: Mit Blick auf die kommenden Jahre sind die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftsmodelle der beiden Baseler Pharmariesen überschaubar. Beide Konzerne sind seit einigen Jahren damit beschäftigt, neue Therapien zu entwickeln, weil die Patente sogenannter Blockbuster-Medikamente auslaufen.

Langfristig werden sich zunehmend Therapien durchsetzen, die mithilfe neuartiger Technologien etwa Krebs-, Nerven- oder chronische Krankheiten wie Diabetes heilen können, erwartet Norbert Hültenschmidt, Pharmaexperte und Partner bei der Unternehmensberatung Bain & Company.

Bei der Entwicklung neuer Wachstumstreiber setzt die Pharmaindustrie auch auf Zukäufe von Biotech-Partnern, sagt Hültenschmidt. „Über 90 Prozent der Innovation kommt von außen oder wird mit externen Partnern entwickelt.“ Daher schließt allein die Schweizer Pharmabranche pro Jahr mehrere hundert Deals für Produkte und Technologien ab, schätzt er.

Beide Unternehmen sind abhängig von Übernahmen

Bei der Entwicklung neuer Wachstumstreiber sind die Pharmariesen auf Zukäufe angewiesen, so Hültenschmidt. „90 Prozent der Innovation kommt von außen.“ Daher schließen allein die Schweizer Pharmariesen zwischen 200 und 1000 Deals pro Jahr ab, schätzt er.

Unter CEO Schwan habe sich Roche durch Übernahmen frühzeitig auf diese Trends eingestellt, lobt Vontobel-Analyst Schneider. „Die Firma richtet ihre Pipeline inzwischen auf neuartige Behandlungsmethoden wie etwa die Gentherapie aus.“ Er lobt: „Roche avancierte zu einem tonangebenden Unternehmen im Onkologiebereich“, also in der Krebsforschung, und dränge zudem in die Neurowissenschaft und den Bereich Bluterkrankungen. Das zeigten auch die jüngsten Zahlen der Pharmasparte: Während der Umsatz der Blockbuster 2020 um bis zu sieben Prozent zurückging, verzeichnete Roche bei den Neuentwicklungen zweistellige Zuwächse.

Bei Novartis sei die Entwicklung weit weniger geradlinig verlaufen, so Schneider. Das Unternehmen habe einen Wandel durchgemacht, „vom Pharmakonzern zu einem diversifizierten Gesundheitsunternehmen und nun die Rolle rückwärts zu einem Pharmaunternehmen mit starkem Fokus auf Gen- und Zelltherapien“.

Nach wie vor sei der Novartis-Umsatz geprägt von Medikamenten, denen bald Konkurrenz durch Generika droht – auch wenn der Umsatzanteil der Neuentwicklungen Managerin Tschudin zufolge von 33 Prozent 2019 auf 43 Prozent stieg. Narasimhan habe dem Konzern zwar durch zahlreiche Übernahmen Zugriff auf neue Therapien verschafft, so Schneider. Doch der Vontobel-Experte betont: „Das ist in unseren Augen die richtige Strategie, aber ihre Umsetzung wird viele Jahre in Anspruch nehmen.“

Für das noch von der Corona-Pandemie beeinflusste laufende Jahr fällt der Ausblick bei Novartis verhalten aus: Vorstandschef Narasimhan kündigte ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich an.

Roche-Chef Severin Schwan traut dem von ihm geführten Konzern einen Anstieg des Umsatzes um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag zu. Damit hält der Konzern seine Prognose stabil, obwohl neben der Viruspandemie auch die Konkurrenz durch Nachahmermedikamente für wichtige Krebsarzneien das dominierende Pharmageschäft beeinträchtigen dürfte. In der Pandemie hilft das breiter aufgestellte Geschäftsmodell dem Unternehmen, Kurs zu halten.

Mehr: Welche Pharma-Aktien von der Corona-Impfwelle besonders profitieren.

Corona-Lage in Deutschland

Corona-Test

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist weiter rückläufig.


(Foto: AFP)

Berlin Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 116 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Montag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4535 Neuinfektionen und 158 neue Todesfälle verzeichnet. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 58,9. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.338.987 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 15.02., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.128.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 65.076.

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Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,88 (Vortag 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Was ist das RKI?

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist eine selbstständige Bundesoberbehörde. Es ist eine Einrichtung der öffentlichen Gesundheitspflege und verfolgt die Gesundheit der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Ein weiterer zentraler Bereich des RKI ist die Forschung, das Institut gilt als zentrale Forschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland.

Präsident des Robert Koch-Instituts ist seit 1. März 2015 Lothar H. Wieler, der seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland verstärkt im Fokus der Berichterstattung steht.

Wie kommt das RKI an die aktuellen Corona-Zahlen?

Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Covid-19-Lage. Es bewertet auf Grundlage aktueller Erhebungen alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Dabei gibt das RKI regelmäßig die aktuellen Corona-Fallzahlen in Deutschland bekannt. 

Die Gesundheitsämter erhalten aus der gesamten Bundesrepublik Zahlen zu den Neuinfektionen, Genesungen oder Todesfällen und übermitteln diese an das RKI. Dabei müssen sich die Ämter an strenge Regeln halten.

Covid-19-Fälle, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen vom zuständigen Gesundheitsamt spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde übermittelt werden.

Von dort müssen die Informationen spätestens am nächsten Arbeitstag an das RKI übermittelt werden. Diese Daten dürfen weder Namen noch Wohnort oder Kontaktdaten der Betroffenen enthalten.

Mehr: Die aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Newsblog

Game Stop

Der von Kleinanlegern ausgelöste Sturm auf die Aktie des Videospielverkäufers Gamestop schlägt immer höhere Wellen. Während die Papiere innerhalb weniger Wochen um sagenhafte 1700 Prozent in die Höhe schnellten, türmen sich bei institutionellen Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, Verluste in Milliardenhöhe.

So soll allein der Hedgefonds Melvin Capital im Januar rund die Hälfte seines verwalteten Vermögens verloren haben, berichtet das “Wall Street Journal”. Von acht Milliarden Dollar seien am Monatsende nur noch 4,5 Milliarden übrig geblieben. Melvin verdient sein Geld mit Spekulationen auf fallende Kurse. Der Hedgefonds gilt damit als einer der größten Verlierer der Marktturbulenzen der vergangenen Wochen.

Müssen die Hedgefonds Aktien verkaufen?

Weil auch andere Hedgefonds von dem steilen Kursplus der Gamestop-Aktien betroffen sein dürften, geht nun die Angst vor einem allgemeinen Aktiencrash um. Insidern zufolge könnten sich die Verluste der Hedgefonds auf 20 Milliarden Dollar belaufen, so das “Wall Street Journal”. Wenn nämlich die Fonds gezwungen sein könnten, Aktien und andere Long-Positionen zu verkaufen, um ihre Verluste bei Gamestop zu decken, drohten auch die Kurse von unbeteiligten Unternehmen einzubrechen – was einen Flächenbrand auslösen könnte, so die Warnung von Experten.

“Da an den modernen Finanzmärkten alles eng ineinander greift, kann das Herausspringen von zu vielen Rädchen dazu führen, dass das Gesamtsystem nicht mehr richtig funktioniert”, fürchtet Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Solange die Unsicherheit bestehe, dürften sich viele Investoren nicht mehr aufs Parkett wagen.

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