Spread the love

Bams

Mit großen Reh-Augen schaut das Kitz in die Kamera. Vorsichtig schnuppert es sich vorwärts, in der Hoffnung auf eine Essensbelohnung. Und die hat es sich auch redlich verdient.

Bambi Manitschka ist die Sensation in der Senioren-Tagespflege in Altenkirchen auf Rügen. Die Patienten, die hier tagsüber von ambulanten Fahrdiensten hergebracht werden, leiden an Demenz, Alzheimer und werden in ihrem Alltag betreut. Sie freuen sich über jede Begegnung.


Vera Kipp (89, links) und Elfriede Quaas (90) füttern das Kitz mit Apfelspalten
Vera Kipp (89, links) und Elfriede Quaas (90) füttern das Kitz mit ApfelspaltenFoto: NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG

Auch mit Manitschka. Sie streicheln das Reh oder beobachten es einfach nur. „Selbst schwer Demenzkranken, die kaum noch etwas wahrnehmen, zaubert das Kitz ein Lächeln ins Gesicht“, sagt Leiterin Peggy Mitschker (40). „Die Ruhe, die das Tier ausstrahlt, wirkt besonders auf unsere Gäste.“

Dass Manitschka überhaupt hier ist, ist ein kleines Wunder: Im Mai attackiert ein Hund das Reh, beißt es in Hals und Ohren. Spaziergänger finden das halbtote Tier. Und sie rufen Peggy Mitschker an. Die Chefin einer Ergo-Praxis und Leiterin der Tagespflege auf Rügen ist mit Förster Martin verheiratet. „Normalerweise päppeln wir verwundete Tiere auf und lassen sie dann wieder zurück in die Natur“, sagt sie. „Das würde Manitschka aber nicht überleben.“

Denn: Seit der Attacke bekommt sie schwer Luft, ist schon nach wenigen Metern außer Puste – und wäre so wieder leichte Beute. Das Kitz darf also bleiben. Und wird zum Therapie-Reh von Rügen.

Please follow and like us: