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Steuer: Diese neuen Gesetze gelten im kommenden Jahr

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Steueränderungen 2020: Für alle Steuerzahler und Arbeitnehmer: Diese neuen Steuergesetze gelten im kommenden Jahr

2020 greifen viele neue Rechts- und Steueränderungen. Worauf sich Berufstätige, Familien, Anleger, Immobilienbesitzer und Rentner im neuen Jahr einstellen müssen.

Die Bundesbürger müssen 2020 eine Flut neuer Gesetze verarbeiten. Isabel Klocke, Leiterin der Abteilung Steuerrecht und Steuerpolitik vom Bund der Steuerzahler e.V. in Berlin, bestätigt: „Im neuen Jahr gibt es voraussichtlich deutlich mehr Änderungen als gewohnt. Insbesondere das Thema Elektromobilität und Klimaschutz steht ganz oben auf der Agenda der Politik. Davon profitieren vor allem Steuerzahler, die sich E-Fahrzeuge anschaffen oder die Wohnung energetisch sanieren lassen.“

Auch Bezieher kleiner und mittlerer Betriebsrenten gehören zu den Gewinnern. Sie müssen künftig geringe oder gar keine Krankenkassenbeiträge mehr zahlen. Berufliches Engagement wird ebenfalls belohnt. Wer beruflich umzieht, erhält höhere Umzugskostenpauschalen, die Gesundheitsförderung wird ausgeweitet, und die steuerliche Absetzbarkeit der Rentenbeiträge steigt planmäßig. Auf die erhöhte Pendlerpauschale und die Abschaffung des Solidaritätszuschlags müssen Steuerzahler allerdings noch bis 2021 warten.

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Ein Überblick, was sich voraussichtlich alles ändert:

Für alle Bürger

Teure Fristversäumnis: Wer seine Steuererklärung zu spät beim Finanzamt abliefert (Frist: binnen 14 Monaten), muss einen Verspätungszuschlag zahlen. Neu ist: Dieser wird automatisch festgesetzt, wenn es zur Steuernachzahlung kommt. Beispiel: Wer für das Jahr 2019 seine Erklärung erst im März 2021 oder später abgibt, muss mit einem Verspätungszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent pro Monat, mindestens jedoch mit 25 Euro monatlich rechnen.

Neue Formulare: Für die Einkommensteuererklärung 2019 gibt es neue Papier-Steuerformulare. Diese enthalten sogenannte eDaten-Felder. Steuerzahler müssen diese nicht mehr zwingend ausfüllen, da die Daten bereits elektronisch (z.B. vom Arbeitgeber aus der Lohnsteuerbescheinigung) an das Finanzamt übermittelt wurden. Wer Zweifel an der richtigen Übertragung hat, kann die Daten aber auch weiterhin selbst in die Formulare eintragen.

Höhere Grundfreibeträge: Der Gesetzgeber hat die Grundfreibeträge 2020 auf Grund des Existenzminimumsberichts erneut angehoben. So steigen die Beträge von 9168 Euro auf 9408 Euro im Jahr 2020. Ehepaare erhalten den doppelten Betrag steuerfrei. Wer ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) unterhalb dieser Limits hat, muss also keine Steuern zahlen. Damit springt gegenüber dem Vorjahr eine Steuerentlastung heraus.

Kalte Progression: Gleichzeitig verschieben sich die Eckwerte des Einkommensteuertarifs um 1,95 Prozent. Damit greift der Spitzensteuersatz erst bei einem zvE von 57.052 Euro (Ehepaare: 114.104 Euro). So wird die kalte Progression abgemildert, also die schleichende Steuererhöhung bei Einkommenssteigerungen. Wegen der niedrigen Inflationsrate ist der Effekt derzeit aber eher gering.

Luftverkehrsteuer: Für Flüge gelten – je nach Entfernung zum Zielort – ab 1. April 2020 höhere Luftverkehrsteuersätze. Die Bundesregierung will damit Anreize für umweltgerechtes Verhalten setzen. Für Flüge innerhalb der EU werden 13,03 Euro, für mittlere Distanzen 33,01 Euro und für Fernreisen 59,43 Euro pro Passagier und Flug fällig.

Mehrwertsteuer sinkt: Ab 2020 sollen Bahnfahrer, egal, ob diese im Nah- oder Fernverkehr unterwegs sind, für alle Zugfahrten von einem ermäßigten Umsatzsteuersatz profitieren. Statt des vollen Steuersatzes in Höhe von 19 Prozent soll der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent für alle Bahntickets greifen. Gleiches soll für E-Books und Produkte der Monatshygiene für Frauen gelten. Für Fahrten mit dem Fernbus bleibt es beim vollen Steuersatz.

Krankenkassenbeiträge: Beiträge zur privaten oder freiwillig gesetzlichen Basis-Kranken- und Pflegeversicherung können Steuerzahler ab 2020 einheitlich für drei Jahre im Voraus bezahlen (bisher: 2,5 Jahre). Auf diese Weise lässt sich der Sonderausgabenabzug maximieren, weil Beiträge zu Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Haftpflichtversicherung als Abzugsposten wieder aufleben, die ansonsten unter den Tisch fielen. Privatversicherte können auch die Beiträge zum Entlastungstarif künftig nur für drei Jahre im Voraus zahlen – bisher waren 40 Jahre möglich.

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Kaufprämie: Wer sich für ein Elektroauto entscheidet, kann 2020 von der Umweltprämie profitieren. Die befristete Förderung gibt es verlängert bis 2025. Für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge steigt die Prämie von bisher 4000 Euro auf 6000 Euro. Der Listenpreis des Fahrzeugs darf dabei aber die Grenze von 40.000 Euro nicht übersteigen. Für Plug-in-Hybride wird die Prämie in dieser Preiskategorie von derzeit 3000 Euro auf 4500 Euro angehoben. Für E-Fahrzeuge mit einem Preis über 40.000 Euro bis 60.000 Euro gibt es eine um 25 Prozent auf 5000 Euro erhöhte Kaufprämie, für Plug-in-Hybride 4000 Euro.

Für Arbeitnehmer

Umzugspauschalen steigen: Wer aus beruflichen Gründen umzieht, egal, ob Arbeitsplatzwechsel, Versetzung oder Umzug in eine Dienstwohnung, kann neben Makler-, Fahrt- und Speditionskosten zusätzlich Pauschalen für „sonstige Umzugskosten“ geltend machen.

Diese Pauschalen steigen 2020. Wer ab 1. März 2020 den Umzug in Angriff nimmt, kann als Alleinstehender 820 Euro (bisher: 811 Euro), als Ehepaar 1639 Euro (bisher: 1622 Euro) in Anspruch nehmen. Für jede weitere haushaltszugehörige Person gibt es 361 Euro (bisher: 357 Euro), für den Nachhilfeunterricht der Kinder 2066 Euro statt 2045 Euro.

Reisekosten: Arbeitnehmer, die 2020 hierzulande dienstlich unterwegs sind (z.B. Dienstreise, längerer Kundenbesuch oder Tätigkeit auf einer Baustelle), können bei Abwesenheit von mehr als 8 Stunden von zu Hause oder der ersten Arbeitsstätte eine höhere Verpflegungspauschale pro Tag in Anspruch nehmen: 14 Euro statt bisher 12 Euro. Wer 24 Stunden abwesend ist, kann 28 Euro (bisher: 24 Euro) pro Tag abrechnen, für den An- und Abreisetag gibt es jeweils 14 Euro (bisher: 12 Euro). Übernachten Berufskraftfahrer in der Kabine ihres Lkw, erhalten sie ab 2020 eine Verpflegungspauschale in Höhe von 8 Euro pro Tag ohne Nachweis – entweder steuerfrei vom Arbeitgeber erstattet oder als Werbungskostenabzug.

Gesundheit: Abeitgeber dürfen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter 2020 stärker fördern. Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Gehalt sind Angebote, die den Gesundheitszustand der Mitarbeiter verbessern, mit bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei gestellt und damit auch beitragsfrei in der Sozialversicherung (2019: 500 Euro). Dazu zählen beispielsweise Massage, Rückentraining und der Yogakurs gegen Stressbewältigung.

Beitragsbemessungsgrenzen steigen: Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG), bis zu deren Höhe vom Bruttolohn Sozialabgaben fällig werden, steigen auch 2020 wieder. Das gilt für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung in West und Ost.

Absetzbarkeit Rentenbeiträge: Die steuerlich absetzbaren Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu berufsständischen Versorgungswerken steigen 2020 planmäßig um zwei Prozentpunkte – auf 90 Prozent. Höchstens aber auf 21.875 Euro für Singles, bei Verheirateten das Doppelte.

 

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Elektro-Dienstwagen: Firmenwagenfahrer, die sich für ein Elektrofahrzeug, einen extern aufladbaren Hybrid-Elektrowagen oder ein Brennstoffzellenauto als Dienstwagen entscheiden (Zeitraum: 1.1.2019 bis 31.12.2021), erhalten Steuervorteile. Statt den geldwerten Vorteil für Privatfahrten nach der sogenannten 1-Prozent-Methode zu versteuern, müssen sie diesen nur mit 0,5 Prozent versteuern. Neu geplant: Für preiswertere reine E-Autos (Bruttolistenpreis: maximal 40.000 Euro) werden nur 0,25 Prozent des Listenpreises angesetzt, wenn die Anschaffung im Zeitraum 1.1.2019 bis 31.12.2030 erfolgt.

Steuerfreies Dienstfahrrad: Zu den steuerfreien Arbeitgeberdienstleistungen (zusätzlich zum Arbeitslohn) für die Mitarbeiter zählt die kostenlose oder verbilligte Überlassung von betrieblichen Fahrrädern oder Elektrofahrrädern, die nicht als Kraftfahrzeuge einzuordnen sind. Neu: Überträgt der Chef ab 2020 dem Mitarbeiter das Eigentum verbilligt oder unentgeltlich, kann der geldwerte Vorteil vom Arbeitgeber pauschal mit 25 Prozent versteuert werden. Der Vorteil ist zudem sozialversicherungsfrei.

Gesetzlicher Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde steigt 2020 auf 9,35 Euro. Das gilt auch für Minijobber (max. 450 Euro).

Lohnsteuerklassenwechsel: Ehepaare und eingetragene Lebenspartner konnten bislang ihre Steuerklasse in der Regel nur einmal pro Jahr wechseln. Ab 2020 kann ein Wechsel mehrmals pro Jahr erfolgen.

Sachbezüge: Der steuerfreie Sachbezug bis 44 Euro wird ab 2020 eingeschränkt, da der Gesetzgeber den Sachlohnbegriff neu definiert hat. Damit werden Gutscheine und Geldkarten in vielen Fällen als reine Geldleistung eingestuft, was zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führt.

 

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