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Ausland
US-Grenze

Tijuana ruft wegen Tausender Migranten humanitären Notstand aus

| Lesedauer: 2 Minuten

 

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Tijuana braucht nun die Vereinten Nationen

 

Die mexikanische Grenzstadt Tijuana versinkt im Chaos. Schätzungsweise 5000 Menschen sind auf ihrem Weg in die USA in Tijuana gestrandet. Die Stadt kann dieser Lage nicht Herr werden und wendet sich an die Vereinten Nationen.

In Tijuana kommen immer mehr Migranten aus Mittelamerika an. Der Bürgermeister der Grenzstadt spricht von einer humanitären Krise. Er fühlt sich von der mexikanischen Regierung im Stich gelassen – und wendet sich an die UN.

In der mexikanisches Grenzstadt Tijuana ist wegen Tausender dort eingetroffener Migranten ein „humanitärer Notstand“ ausgerufen worden. Bürgermeister Juan Manuel Gastélum sagte zur Rechtfertigung der Maßnahme, die Beherbergung von über 4700 mittelamerikanischen Migranten im Stadion „Benito Juárez“ sei für die Stadtregierung nicht tragbar.

Die Migranten stammen größtenteils aus Honduras, El Salvador und Guatemala – sie hoffen auf politisches Asyl in den USA.

Gastélum forderte am Freitag (Ortszeit) die Unterstützung der mexikanischen Regierung und der Vereinten Nationen. „Ich werde nicht das Geld der Einwohner von Tijuana hierfür ausgeben“, sagte Gastélum. Die Verpflegung der Migranten koste täglich 550.000 Peso (24.000 Euro). Über 700 Beamte wurden nach Angaben der Stadtregierung mit der Betreuung beauftragt.

Trump droht mit Grenzschließung

Der Bürgermeister hielt der Regierung vor, eine von US-Präsident Donald Trump angedrohte Grenzschließung nicht ernst genug zu nehmen.

Dieser hatte diesen Schritt am Donnerstag angekündigt, falls seine Regierung den Eindruck habe, der südliche Nachbar habe die Lage nicht unter Kontrolle. „Das ist ernst gemeint“, warnte Gastélum.

USA-IMMIGRATION/CARAVAN
Eine Gruppe der Flüchtlinge aus Mittelamerika schläft in Grenznähe unter einer Brücke

Quelle: REUTERS

Eine Gruppe der Migranten widersetzte sich am Freitagabend der Polizei, die einen von ihnen wegen Marihuana-Konsums festnehmen wollte. Der Zwischenfall fand vor dem Stadion statt. Ein junger Mann wurde festgenommen, weil er einen Polizisten mit einem Steinwurf verletzt hatte.

Seit der Ankunft der Migranten in Tijuana sind 109 mittelamerikanische Migranten festgenommen worden, zumeist wegen leichterer Vergehen. 71 von ihnen wurden bereits in ihre Heimatländer zurückgebracht, wie die Zeitung „Excelsior“ berichtete.

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Weitere Tausende Mittelamerikaner sind in die nordmexikanische Grenzstadt unterwegs – auf der Flucht vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern. Es wird geschätzt, dass insgesamt rund 10.000 Menschen nach Tijuana wollen.

US-Präsident Trump macht seit Wochen gegen nordwärts ziehenden Migranten Stimmung und erklärte, in der „Karawane“ seien Kriminelle, Bandenmitglieder und sogar Terroristen unterwegs. Beweise legte er nicht vor. Vor seiner Drohung mit einer Grenzschließung versuchte der Präsident per Dekret durchzusetzen, dass illegal über die Südgrenze einreisende Menschen keinen Asylantrag mehr stellen dürften. Ein Bundesrichter stoppte die Anordnung vorerst.

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