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Hamburg – Handelskammer-Präses Tobias Bergmann (47) hat sein Amt niedergelegt.
Über die Sozialen Netzwerke Twitter und Facebook verbreitete Bergmann am Sonnabendnachmittag eine E-Mail, die er an die Hausspitze der Kammer geschickt hat, Betreff: „Rücktritt“

Darin betont er, er sei „stolz, einen zukunftssichernden Reformprozess“ angestoßen zu haben und schreibt u.a. „Mein Ziel war eine transparente, demokratische und sparsame Handelskammer. Dafür habe ich acht Jahre gekämpft. Vieles ist uns, trotz Widerständen, gelungen.“

Und weiter: „Die Reform muss konsequent weitergeführt werden. Für diese Aufgabe fehlt mir jedoch der notwendige Rückhalt.“

Fakt ist: Bergmann und seine Gruppe der Kammerrebellen („Die Kammer sind Wir!“) waren angetreten mit dem Versprechen, gegen Geldverschwendung zu kämpfen und die Zwangsbeiträge für Unternehmen abzuschaffen – und mussten danach kleinlaut zurückrudern.
Sie hatten die Wahl zum Plenum der Handelskammer im Februar 2017 mit einem Erdrutschsieg gewonnen und 55 von 58 Plätzen erobert, doch danach ging es stetig bergab.

Ex-Präses Fritz Horst Melsheimer (68) räumte seinen Stuhl, Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt Trenz (59), dessen hohes Gehalt Bergmann stets kritisiert hatte, nahm seinen Hut vor Vertragsende – doch der Deal kostete die Kammer 1,1 Millionen Euro.
Die Zwangsbeiträge hingegen blieben bestehen – zu dringend brauchte das Kammer-Präsidium das Geld der Mitglieder für den Betrieb und Pensions-Verpflichtungen. Experten hatten das Versprechen der Rebellen von Anfang an bezweifelt.


Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), seine Frau Soyeon Schröder-Kim (re.) und nun Ex-Handelskammer-Präsident Tobias Bergmann (li. ) unterhielten sich vor der Eröffnung der Konferenz "Th
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), seine Frau Soyeon Schröder-Kim (re.) und nun Ex-Handelskammer-Präsident Tobias Bergmann (li. ) unterhielten sich vor der Eröffnung der Konferenz “The Hamburg Summit – China meets Europe” Ende November in der HandelskammerFoto: Christian Charisius / dpa

In den vergangenen Monaten war die Kritik an Bergmann immer lauter geworden, die Kammer stürzte mehr und mehr ins Chaos.

Einflussreiche Unternehmen, die enttäuscht von der Führung der Rebellen waren, schlossen sich zu einer neuen Plattform zusammen. Es gab Zoff an der Kammerspitze, das Personal war nach Stellenabbau verunsichert, die Mitglieder sauer. Auch der gute Draht ins Rathaus ging zu Bruch, das Verhältnis zwischen dem neuen Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (61, parteilos) und Bergmann war vorbelastet.

Die Amtszeit der Kammer-Rebellen läuft noch bis April 2020.

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