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Rhein-Main – Diese bitteren Zahlen verhageln dem Einzelhandel die Freude aufs Fest! Immer mehr Hessen kaufen lieber online ein und meiden die heimischen Ladengeschäfte. Folge: unsere Innenstädte drohen zu veröden!

Im Auftrag der „Initiative für das Gewerbe nebenan“ befragte „Mentefactum“ bundesweit 1003 Kunden. Ergebnis: Noch dramatischer ist die Zahl bei den unter 29-Jährigen: 30 Prozent von ihnen kaufen praktisch nur noch Online ein.

Was „Amazon“ und „eBay“ freut, könnte bald im Rhein-Main-Gebiet große Auswirkungen haben: Schon jetzt trifft es Geschäfte wie das „Ebert“ in der Wiesbadener Bleichstraße. 111 Jahre Holz- und Eisenwaren. Freitag ist Schluss!

Geschäftsführer Hans H. Hohenner (70) zu BILD: „Die letzten zehn Jahre war es durch den zunehmenden Online-Handel nur noch ein teures Hobby für mich. So kann ich das Geschäft meiner Tochter nicht zumuten.“ Der Träger der Goldenen Stadtplakette: „Die Zeit des stationären Handels ist vorbei, dem Internet gehört die Zukunft. Ich bin da auch nicht verbittert. Wenn es das Publikum so will…“

Trübes Bild auch in Oberursel: In der Fußgängerzone stehen viele Läden leer. Schilder verkünden: provisionsfrei zu vermieten.


Immer mehr Geschäfte sind zu vermieten – sogar provisionsfrei
Immer mehr Geschäfte sind zu vermieten – sogar provisionsfreiFoto: Vincenzo Mancuso

Michael Kullmann, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Hessen gibt für Frankfurt und Wiesbaden noch Entwarnung: „Die Leerstände sind überschaubar. Beide Städte bemühen sich, Käufer an ihre Innenstädte zu binden.“

Frankfurt erwartet einen Einzelhandelsumsatz von 4,2 Milliarden Euro – davon 400 Online-Millionen.

Schlimmer sieht es im ländlichen Raum aus! Dort befürchtet Gerd Landsberg, Chef des Deutschen Städte und Gemeindebundes: „Ein immer stärker boomender Online-Handel sowie neue Trends im Einkaufsverhalten bewirken eine Erosion des Einzelhandels.“

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